Jung und demenzkrank: Warum frühe Diagnose Familien stärkt

Demenz unter 65: Was Betroffene und Familien jetzt wissen sollten

24. Februar 2026

Warum Demenz auch jüngere Menschen betrifft

Demenz gilt weithin als Erkrankung des hohen Alters. Dabei können erste Symptome bereits vor dem 65. Lebensjahr auftreten – mitten im Berufsleben, während Kinder noch im Haushalt leben und finanzielle Verpflichtungen bestehen. In Deutschland sind rund 20.000 bis 24.000 Menschen in dieser Altersgruppe betroffen. Für sie und ihre Familien verändert die Diagnose den gesamten Alltag auf einen Schlag. Dieser Artikel erklärt, welche besonderen Herausforderungen eine frühe Demenzerkrankung mit sich bringt, warum der Weg zur Diagnose häufig lang ist und wie das Marion von Tessin Memory-Zentrum in München Betroffene und Angehörige gezielt unterstützt.

Warum Demenz bei Jüngeren oft übersehen wird

Wenn jüngere Menschen über Konzentrationsprobleme, Gedächtnisschwächen oder Verhaltensveränderungen klagen, denken selbst erfahrene Medizinerinnen und Mediziner selten an eine Demenz. Häufig lauten die ersten Verdachtsdiagnosen Burnout, Depression oder – bei Frauen – Wechseljahresbeschwerden. Im Durchschnitt vergehen in Deutschland zwei bis drei Jahre, bis die korrekte Diagnose gestellt wird.

Ein Grund für die Verzögerung liegt im untypischen Erscheinungsbild: Während bei älteren Menschen Vergesslichkeit und Orientierungsstörungen im Vordergrund stehen, äußert sich eine frühe Demenz häufig durch Persönlichkeitsveränderungen, Sprachprobleme oder Schwierigkeiten in der visuellen Wahrnehmung. Die Frontotemporale Demenz, bei älteren Erkrankten eher selten, ist bei jüngeren Betroffenen die zweithäufigste Ursache – und beginnt oft mit emotionaler Verflachung oder Antriebslosigkeit statt mit Gedächtnisverlust.

Auch erbliche Formen spielen in dieser Altersgruppe eine deutlich größere Rolle. Expertinnen und Experten betonen, dass eine frühzeitige Diagnose entscheidend ist: Sie ermöglicht es, wichtige Therapieschritte einzuleiten, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität länger zu erhalten. Außerdem können Betroffene noch selbstbestimmt Vorsorgeentscheidungen treffen.

Junge Betroffene können noch selbstbestimmt Vorsorgeentscheidungen treffen.

Beruf, Finanzen und Familie: Wenn alles gleichzeitig kippt

Wer vor dem Rentenalter an einer Demenz erkrankt, steht meist noch mitten im Berufsleben. Manche Betroffene können zunächst mit angepassten Aufgaben oder reduzierter Arbeitszeit weiterarbeiten. Für viele bedeutet die Erkrankung jedoch einen vorzeitigen Ausstieg – verbunden mit erheblichen finanziellen Einbußen. Rentenansprüche sind in diesem Alter oft nur gering aufgebaut, während Verbindlichkeiten wie Immobilienkredite weiter bestehen.

Besonders belastend ist die Situation für Partnerinnen und Partner: Sie müssen häufig die Hauptverantwortung für das Familieneinkommen übernehmen und gleichzeitig wachsende Betreuungsaufgaben bewältigen. Gemeinsame Aktivitäten werden seltener, Freundschaften gehen verloren und soziale Isolation droht. Ohne gezielte Entlastung steigt das Risiko, dass auch die pflegenden Angehörigen erkranken.

Minderjährige Kinder in betroffenen Familien erleben eine besonders schwierige Situation. Sie müssen mit ansehen, wie ein Elternteil sich verändert, können die Erkrankung je nach Alter nur schwer einordnen und übernehmen nicht selten Aufgaben, die ihrem Alter nicht angemessen sind. Verlustängste, Schuldgefühle und schulische Probleme können die Folge sein.

Jüngere Betroffene brauchen altersgerechte Angebote

Die meisten Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen sind auf ältere, körperlich eingeschränkte Menschen ausgerichtet. Jüngere Menschen mit Demenz sind jedoch häufig noch körperlich fit, haben Interesse an Sport und Bewegung und fühlen sich in Einrichtungen, die ausschließlich auf Seniorinnen und Senioren zugeschnitten sind, deplatziert. Gleichaltrige Gesprächspartner fehlen, und das Aktivitätenangebot entspricht selten ihren Bedürfnissen.

Auch Selbsthilfe- und Angehörigengruppen passen häufig nicht: Wer mit 55 Jahren den Partner pflegt, steht vor völlig anderen Fragen als jemand, der einen 85-jährigen Angehörigen betreut. Spezialisierte Angebote für junge Betroffene und ihre Familien gibt es bislang nur vereinzelt – etwa in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Frankfurt.
Fachleute fordern deshalb unter anderem kürzere Wartezeiten bei Gedächtnisambulanzen, tagesstrukturierende Angebote für Jüngere, spezielle Wohnformen wie Demenz-Wohngemeinschaften und psychologische Unterstützung für betroffene Kinder. Die deutschsprachigen Alzheimer- und Demenz-Organisationen haben in einer gemeinsamen Handreichung (Februar 2025) diese Bedarfe umfassend beschrieben und Beispiele guter Praxis zusammengetragen.

Wie das Memory-Zentrum junge Betroffene begleitet

Das Marion von Tessin Memory-Zentrum in München ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Gedächtnisstörungen – unabhängig vom Alter. In den Demenz-Ambulanzen erhalten Betroffene eine umfassende Diagnostik, die auch seltene und untypische Demenzformen berücksichtigt. Die Demenz-Tagesklinik bietet darüber hinaus gezielte Behandlungsmöglichkeiten, während die Demenz-Tagespflegen Betroffene und Familien im Alltag entlasten.

Gerade für jüngere Erkrankte ist die frühzeitige und fachkundige Abklärung besonders wertvoll: Je eher eine Diagnose gestellt wird, desto mehr Möglichkeiten bestehen, die Lebensqualität zu erhalten – ganz im Sinne des Leitbilds des Memory-Zentrums. Wenn Sie bei sich oder einem Angehörigen Veränderungen bemerken, zögern Sie nicht, sich beraten zu lassen. Das Team des Memory-Zentrums steht Ihnen mit fachlicher Kompetenz und menschlicher Zuwendung zur Seite.

Praktische Orientierung für Betroffene und Angehörige

Wenn Sie bei sich oder einem nahestehenden Menschen Veränderungen im Denken, Verhalten oder in der Sprache beobachten, können folgende Schritte helfen:

  • Symptome ernst nehmen: Auffällige Wesensveränderungen, Sprachprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten sollten Sie ärztlich abklären lassen – auch wenn sie zunächst nach Stress oder Erschöpfung aussehen.
  • Fachliche Abklärung suchen: Wenden Sie sich an eine Gedächtnisambulanz oder eine spezialisierte Einrichtung wie das Memory-Zentrum München. Dort wird eine differenzierte Diagnostik durchgeführt, die auch seltene Demenzformen erkennt.
  • Frühzeitig Vorsorge treffen: Nutzen Sie die Zeit nach der Diagnose, um gemeinsam mit der Familie wichtige Entscheidungen zu treffen – etwa zu Finanzen, Vollmachten und der künftigen Betreuung.
  • Unterstützung annehmen: Beratungsangebote, Angehörigengruppen und professionelle Begleitung entlasten die gesamte Familie. Das Memory-Zentrum berät Sie gerne zu passenden Angeboten in München.

Gemeinsam den Alltag mit früher Demenz gestalten

Eine Demenz vor dem 65. Lebensjahr stellt Betroffene und ihre Familien vor ganz besondere Herausforderungen. Doch je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich Therapiemöglichkeiten nutzen, der Alltag anpassen und Unterstützung organisieren. Niemand muss diesen Weg allein gehen. Das Marion von Tessin Memory-Zentrum in München begleitet Sie – von der Diagnostik über die Behandlung bis zur Alltagsunterstützung. Sprechen Sie uns an.

[1] Deutschsprachige Alzheimer- und Demenz-Organisationen (DADO): „Demenz mit Beginn vor dem 65. Lebensjahr – Handreichung für politisch Verantwortliche sowie Akteurinnen und Akteure aus der Praxis“, Februar 2025.

[2] Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.: „Junge Erkrankte – Demenz unter 65 Jahren“, Alzheimer Info 1/18.
URL: https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/junge-erkrankte

[3] Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI): „Frühdemenz: Ursachen, Symptome, Herausforderungen“.
URL: https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer/fruehdemenz/

[4] Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V.: „Demenz im jüngeren Lebensalter“.
URL: https://alzheimer-nrw.de/demenz/demenz-im-juengeren-lebensalter/

[5] Malteser (aware): „Demenz bei jungen Menschen – Ursachen, Symptome und Hilfe“.
URL: https://www.malteser.de/aware/hilfreich/herausforderungen-bei-demenz-im-jungen-alter.html

[6] Hans und Ilse Breuer-Stiftung: „START – Kompetenzzentrum für Demenz vor 65 Jahren“.
URL: https://www.demenz-vor-65.de/

[7] World Health Organization (WHO) (2021): „Global status report on the public health response to dementia“.

Wir sind für Sie da

Im Marion von Tessin Memory-Zentrum stehen wir Ihnen mit unserem multiprofessionellen Team zur Seite. Das Marion von Tessin Memory-Zentrum widmet sich den Themen Gedächtnisstörungen und Demenz auf der Grundlage eines umfassenden und integrativen Konzepts für Betroffene und Angehörige im Rahmen von Demenz-Ambulanzen und einer Demenz-Tagesklinik zur Diagnostik und Behandlung sowie Demenz-Tagespflegen.

Unsere Angebote:

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